CorpsalaSuite

Corps à la suite

Corps à la suite

Corps à la suite Führer Thorsten Schmidt
Corps à la suite Führer Thorsten Schmidt

Was bedeutet das? «Corps à la suite». Diese Frage wird oft gestellt. Zum einen war „à la suite“ eine im deutschen Heer bis 1918 verliehene Ehrenstellung bei der Armee ohne dienstliche Aufgabe. Zum anderen nannte man so schon vor dieser Zeit das Gefolge eines Fürsten und anderer Persönlichkeiten. Im Sinne der Gründungsidee der Prinzen-Garde Köln, ein Begleitkorps für den Prinzen Karneval zu schaffen, also sein Gefolge zu bilden, käme der zweite Begriff der Sache am nächsten. Mit dem Begriff „à la suite“ wird in jedem Fall die besondere Bedeutung hervorgehoben.

Und so ist  es auch. Im Corps à la suite der Prinzen-Garde Köln haben sich Männer zusammengefunden, die auf ihre Art, in ideeller und materieller Weise, die Gesellschaft unterstützen. Vieles, was in der Prinzen-Garde Köln von Bedeutung ist, wäre ohne die Freunde und Gönner dieses Korpsteils nicht möglich gewesen.

Nach dem Chronisten der Prinzen-Garde Köln, Ferdi Klein, 1906 – 1931, hatte es bereits in den frühen Jahren nach der Gründung verschiedene Senatoren gegeben, die die Garde unterstützten. Carl Wagner ist in dieser Zeit als Senatspräsident genannt. Diese Senatoren sind mit einiger Wahrscheinlichkeit als Vorläufer des Corps à la suite zu sehen, die erstmals im Jahr 1914, also in der Ära Carl Umbreit, in schriftlichen Quellen aufwappen-corps-la-suitetauchen. Sie sollten dem Verein mit „Rat und Tat“ zur Seite stehen, wie es später in der Satzung vom 15. Dezember 1924 geschrieben steht. Wie die Senatoren in dieser Zeit organisiert waren, können wir allerdings nicht nachvollziehen.

Auch in der darauf folgenden Amtszeit unter Fritz Maaß gab es einen Senat. In den Senat wurden Mitglieder berufen, die sich um die Gesellschaft besonders verdient gemacht hatten. Ernannt wurden aktive Senatoren und inaktive Ehrensenatoren. Nichtmitglieder konnten nur zum Ehrensenator gekürt werden. Seiner Zeit gehörten dem Vorstand unter anderem acht Herren als Beirat an, die möglichst alle aus dem Kreis der Senatoren kommen sollten. Ausgeschiedene Vorstands-Mitglieder gehörten automatisch dem Senat an.

Corps à la suite Tour 2010 nach Madrid
Corps à la suite Tour 2010 nach Madrid

Aus dem Jahre 1927 liegen uns die Namen des Senatsvorstandes vor. Ihm gehörten damals an: Anton Lülsdorf, Jakob Bodewig, Hans Hemmerling und Hans Meyer. Weitere Mitglieder des Senats waren: Ferdi Klein, Wilhelm Linn, Peter Schotten, Nikola Fischer, Emil Bresse und Bernhard Gaul. Ehrensenatoren waren, Polizeimajor Hannemann, Fritz Kuhl und Franz Chorus. Geht man von den Berufen dieser Männer aus, zu denen Angaben vorliegen, ist anzunehmen, dass sich die Prinzengardisten eher aus gehobenen und begüterten Gesellschaftsschichten rekrutierten.

Der Begriff « à la suite » als separates Korpsteil der Prinzen-Garde Köln ist 1952 von Thomas Liessem eingerichtet worden.

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Nach dem Kriege begann man 1947/1948 mit dem Wiederaufbau der Gesellschaft. In den 50er Jahren gliederte sich die Prinzen-Garde Köln dann in drei Teile: zum einen das aktive Fuß- und Reiterkorps, zum anderen das Reservekorps, dem damals die besonderen Freunde und Gönner, sowie ehemalige Aktive des Weiß-Roten Korps angehörten; es gab zunächst noch keine organisierten Korpsteile, es wurden Kameradschaften gebildet, denen jeweils ein Kameradschaftsführer vorstand. Hinzu kam ab 1952 das „Korps à la suite“ (so die damalige Schreibweise), dessen Mitglieder sich durch besondere und hervorragende Unterstützung der Garde ausgezeichnet hatten. Nur ganz selten wurden seiner Zeit hochverdiente Männer in dieses „Korps à la suite“ aufgenommen, die Mitgliederzahl sollte auf 30 Personen begrenzt bleiben. Im übrigen sollte nicht jedermann Zugang zu diesem Kreis haben, um damit die besondere Bedeutung herauszustellen. Der Sinn des Korpsteils war, die Gesellschaft finanziell zu unterstützen.

Corps à la suite Tour 2012 nach Mailand
Corps à la suite Tour 2012 nach Mailand

Als hervorragender Organisator hatte Thomas Liessem ein sicheres Gespür für die Auswahl dieser Männer. Für diese Mitglieder betrug bereits damals der Jahresbeitrag 1.000.- DM. In Vorbereitung auf das 50-jährige Jubiläum im Jahre 1956 suchte Thomas Liessem zur Finanzierung der Feierlichkeiten finanzkräftige Personen. Diese fand er zunächst in Walter Franz von der Firma Fleischhauer, Alfred Brings von der Allianz-Versicherung und in dem Kaufmann Karl-Heinz Münchow sen.

Weihnachtsfeier 2012
Weihnachtsfeier 2012

Aus dieser Aktion entwickelte sich das „Korps à la suite“, mit seinen ersten acht Mitgliedern. Aus der uns vorliegenden Mitgliederliste 1952/1953 entnehmen wir die Namen. Davon gehörten 1956 zum 50-jährigen Jubiläum noch sieben Personen dem Korpsteil an. Es ist nicht überliefert, ob es in den ersten Jahren des Bestehens dieses Kreises einen Korpsführer gab. Wir müssen davon ausgehen, dass seiner Zeit die Führung dieser „à la suite-Gruppe“ in den Händen von Thomas Liessem lag, der sich als Präsident sehr persönlich um diesen erlesenen Kreis bemühte und ihn pflegte.

Verbrieft ist allerdings, dass in einem persönlichen Schreiben des à la suite-Mitgliedes, H.-Rich. Brunthaler (Mitinhaber der Firmen W. Rabich KG Import und Fritz Götte Gewürzmühle), anlässlich des Ausscheidens von Thomas Liessem aus dem Präsidentenamt vom 19. 4. 1963, zum Ausdruck gebracht wird: „……, wie wir auch hoffen, dass Du nunmehr das „Corps à la suite“ führst, mit anderen Worten noch enger mit uns persönlich verbunden bist“. Diesen Brief schrieb Brunthaler im Auftrag der Herren des „Corps à la suite“.

Dieser Brief und diese Worte sind Zeugnis dafür, wie eng sich die damaligen à la suite-Mitglieder seiner Zeit mit ihrem Präsidenten und der Gesellschaft verbunden fühlten. Man spürte förmlich wie ernst sie die Verantwortung für ihre Sache nahmen.

Corps à la suite Tour 2013 nach Lissabon
Corps à la suite Tour 2013 nach Lissabon

So veranstaltete Hans Becker 1971 im Restaurant „Die Bastei“ ein Fest im Stile des Sonnenkönigs Ludwig des XIV. Die Kleidung der Bedienung war der damaligen Zeit des 17. Jahrhunderts angepasst. Ein rauschendes Fest „am Hofe seiner Majestät“, wie Hans Becker heute noch begeistert erzählt, mit dem Ergebnis neuer à la suite-Mitglieder und einem namhaften Spendenbetrag. Offensichtlich stieg mit diesem Erfolg bei Hans Becker das Verlangen nach mehr.

Das Corps à la suite entwickelte sich in der Folge unter seiner Präsidentschaft zahlenmäßig ständig weiter, nicht immer zur hellen Begeisterung der aktiven Korpsteile. Auf der einen Seite sah man zwar die nicht von der Hand zu weisenden dadurch entstehenden Vorteile für die Gesellschaft, andererseits war man besorgt um das eventuelle Schwinden der eigenen Bedeutung. Man sah sich in den aktiven Korpsteilen als die tragende Säule der Prinzen-Garde, jetzt traten immer mehr Leute auf den Plan, die ihre Kreise unter Umständen empfindlich zu stören vermochten. Hinzu kam, dass diese Neuen zunächst wohl als loser Verbund innerhalb der Gesellschaft angesehen wurden, sich allerdings recht bald als geschlossener Kreis in Form eines weiteren Korpsteiles formierten. Hans Becker verstand es immer wieder, interessante und wichtige Persönlichkeiten für seine Idee zu begeistern, zum Vorteil seines Weiß-Roten Korps.

Hans Becker erkannte frühzeitig, dass es sinnvoll sei, zur besonderen Pflege dieser Herren, einen eigenen Corps à la suite-Führer zu berufen. Und dabei hatte er innerhalb seiner Amtszeit eine glückliche Hand.

Corps à la suite Führer

Dino Massi war von 2005 bis 2013 Corps à la suite Führer
Dino Massi war von 2005 bis 2013 Corps à la suite Führer

Mit Karl-Heinz Münchow berief er 1971 den ersten à la suite-Führer der Prinzen-Garde Köln. K.H. Münchow war aktiver Prinzengardist und kompetent. Er führte dieses Korpsteil bis 1975. Ihm folgte noch im gleichen Jahr der Kaufmann Karl-Heinz Wiegand, ein hoch angesehener Kölner Bürger, Träger des Verdienstkreuzes am Bande, Vorstands-Mitglied der Rheinischen Immobilienbörse und Handelsrichter. Er kam aus dem Reiterkorps der Prinzen-Garde, als Karnevalist gehörte sein Herz 40 Jahre der Prinzen-Garde Köln. K. H. Wiegand war bis zu seinem Tod 1986 à la suite-Führer.

Seine Nachfolge wurde unverzüglich geregelt. Hans Becker berief Leander Weimer in dieses Amt. Leander Weimer war am 15. Juni 1955 in die Prinzen-Garde eingetreten und aktiv im Reiterkorps. Von Beruf war er Architekt und sein kölsches Hätz hing so richtig an dem 1980 erworbenen Turm der Prinzen-Garde am Sachsenring. Damit sollte er zum Glücksfall für die Prinzen-Garde werden. L. Weimer hatte jeden Stein des Turmes begutachtet, er wusste, wie die Fassade früher ausgesehen hat, und er kannte die dortige Bebauung der Stadt im Mittelalter. Natürlich war es keine Frage, wer für die Prinzen-Garde die dringend notwendige Erweiterung der Räumlichkeiten planen und durchführen sollte. Insgesamt vier Umbauphasen auf „steinigen Wegen“ leitete er und vollendete sie zum heutigen prachtvollen Turm. In dieses Projekt hat L. Weimer viel Herzblut gesteckt, allen Widerständen zum Trotz, und das Ganze ehrenamtlich, ohne je einen Pfennig oder Cent dafür verlangt zu haben. Er hat der Prinzen-Garde eine tolle, schmucke Heimstatt gebaut und sich verdientermaßen ein Denkmal gesetzt. Zum Dank und als besondere Anerkennung ernannte ihn Präsident Heinz Jürgen Palm zum Ehrenratsherrn der Prinzen-Garde Köln.

Leander Weimer war 19 Jahre ein rühriger und äußerst beliebter Corps à la suite-Führer, der seinen trockenen Humor und seine positive Ausstrahlung auf seine Korpskameraden übertrug. Zurücktreten wollte der bereits betagte Herr schon seit einigen Jahren. Jedes Jahr hat er mindestens einmal mit Rücktritt „gedroht“. Aber es hat ihm so richtig keiner geglaubt. Und tatsächlich wär` es auch niemand recht gewesen. Verschiedene Nachfolger hatte er ins Auge gefasst und sich dann 2002 für einen entschieden. Die Versammlung des Corps à la suite wählte 2002 Engelbert Bender, einen Rechtsanwalt aus Köln, zum neuen Corps à la suite-Führer. Es wurde nur eine kurzfristige Amtszeit. Bereits 2003 gab E. Bender das Amt wegen zusätzlicher Aufgaben und damit verbundener beruflicher Überlastung wieder auf.

Gruppenfoto bei der Corps à la suite Tour 2012 in Mailand
Gruppenfoto bei der Corps à la suite Tour 2012 in Mailand

Was nun? Vorstand und à la suite-Mitglieder drängten L. Weimer, weiter zu machen. Er, der eigentlich nicht mehr wollte, ließ sich noch einmal überzeugen. Bis zum 100-jährigen Jubiläum war sein erneutes Engagement geplant. Doch familiäre Gründe zwangen ihn, einen neuen Nachfolger zu präsentieren. Im Jahre 2005 wählte die Versammlung auf seinen Vorschlag hin Dino Massi einstimmig zum neuen Corps à la suite-Führer. Mit Dino Massi übernimmt erstmals ein Mann der „jüngeren Garde“ im Alter von 41 Jahren dieses verantwortungsvolle, ehrenvolle Amt. Rund 260 Mitglieder zählt heute dieses für die Garde sehr wichtige und bedeutende Korpsteil. Aber Dino Massi kennt sich aus. Er hatte bereits Erfahrung gesammelt, in dem er seit einiger Zeit Leander Weimer als Schriftführer und in anderen Aufgabenbereichen als treuer Helfer zur Seite stand. Seit 2013 ist Dino nun sogar Präsident der Prinzen-Garde. Zu seinem Nachfolger als Corps à la suite Führer wurde Rainer Brüssow im November 2013 gewählt, der dieses ehrenvolle Amt bis zum 31.03.2016 ausübte. Seit Sommer 2016 steht nun Thorsten Schmidt an der Spitze des Corps à la Suite. Thorsten ist in der Garde eigentlich „nur“ als Totti bekannt. Er war 2012 Kölner Bauer im Kölner Dreigestirn.