Prinzen-Garde Köln

Reservekorps

Reservekorps

Reservekorpsführer Jürgen Wicharz (links) mit seinem Vorgänger Herbert Winand

Die Reserve kennt eigentlich keine Ruh. Vielfältig sind die Aufgaben dieses Teils des Prinzen-Garde-Korps. In der Session zeigen sie sich für die Vorbereitung in den Sälen verantwortlich, unterstützen die Gäste bei ihrer Platzsuche und übernehmen den Ordensverkauf, sorgen für den Aufbau des Korpsgestühls und verteilen die Liederhefte. Am Rosenmontag kleiden sie die Gastkapellen ein, richten für die Kameraden die Kaffebud aus und unterstützen bei der Vorbereitung und beim Ablauf des Rosenmontagzuges. Ohne die Kameraden des Reservekorps hing in der Kleiderkammer keine saubere Kleidung und in der Wagenhalle wären unsere Traktoren, Wagen und Kutschen nicht gepflegt.

Außerhalb der Session wird die Geselligkeit und der Kontakt untereinander gepflegt und um die Verbindung nicht abreißen zu lassen, übernimmt das Reservekorps die Betreuung der Witwen verstorbener Kameraden.

Dabei war der Beginn des Reservekorps eher unschön. Mit Schreiben vom 10. Juni 1934 teilte der Vorstand den geschätzten Kameraden und Herren mit, dass der Senat und die Ehrenmitglieder nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt haben und der Senat damit aufgelöst wird. Den bisherigen Senatoren, Offizieren à la suite und Ehrenmitgliedern, die sich weiterhin der Prinzen-Garde verbunden fühlen, wird angeboten, sich für das neu zugründende Reservekorps einschreiben zu lassen. Als Geburtstag des Reservekorps kann man den 20.06.1934 betrachten, als im Restaurant „Fürstenberg“ in der Brückenstrasse unter Thomas Liessem die Gründungsversammlung stattfand. Willi Baertges, der ehemalige Vorsitzende des Senats, wurde zum 1. Reservekorpsführer ernannt.

Korpsabende

Die Korpsabende, die auch als Stammtische bezeichnet wurden, fanden größtenteils im Brauhaus Kolter, am Marienplatz im Schatten der Kirche „Maria im Kapitol“ statt. Eigentümer war der Reservekorps-Braumeister Sepp Maier. Die Korpsabende wurden bis etwa Herbst 1942 veranstaltet.

Am 28.06.46 trafen sich im Funkenheim am Sachsenring Prinzen-Gardisten zu einer 1. Besprechung um der Frage nach zugehen, wie der Wiederbeginn aussehen könnte. Für das Reservekorps hat Toni Steinbüchel eingeladen. Und schon am 18.08.46 wurde im Funkenkasino für die Gardisten und ihren Damen ein „Froher Sonntagnachmittag“ mit Kaffee und Bier veranstaltet. Mit der Rückkehr der Kameraden begann unsere Prinzen-Garde zu leben und zu erblühen, so dass schon am 01.07.47 wieder 180 Inaktive gezählt wurden. Im Sommer 1947 wurden mit dem Raddampfer „Bismarck“ zwei Rheinfahrten angeboten und in der Session 1948 zwei Bälle und Sitzungen veranstaltet. Thomas Liessem ernannte 1949 beim Korpsappell auf dem Raddampfer „Bismarck“ den Kameraden Hans Olbertz zum Reservekorpsführer und erteilte ihm den Auftrag, das Reservekorps wieder aufzubauen. Auf diesem Wege sollte Kameraden, die altersbedingt oder aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr dem aktiven Korps angehören konnten, eine Heimat gegeben werden.

Geschichte

Reserverkorps-3Das Reservekorps war aufgrund seiner Geschichte auch immer ein Ort der Geselligkeit und Heimstatt für wohlhabende Herren gewesen. Das Corps à la suite hatte bis Ende der 60er Jahre immer eine Mitgliederzahl von unter 20. Der Präsident Hans Becker erweiterte und baute das Corps à la suite aus und begeisterte auch eine größere Anzahl von Mitgliedern des Reservekorps für einen Wechsel, trotzdem blieben viele auch dem Reservekorps verbunden.

Die Korpsführer des Reservekorps waren alle, jeder auf seine Art, etwas Besonderes und konnten meistens auf lange Amtszeiten zurückschauen:

1934 Willi Bergtes | 1935 – 1937 Hermann Kemp | 1938 – 1948 Toni Steinbüchel | 1949 – 1951 Hans Olbertz | 1952 – 1953 Dr. Edmund Strücker | 1954 – 1955 Hans Olbertz | 1956 – 1963 Josef Caspers | 1963 Heinrich Klein | 1963 – 1977 Tonis Schneider | 1977 – 1991 Albert Frank | 1991 – 1992 Erich Eck | 1992 – 2017 Herbert Winand | seit 2017 Jürgen Wicharz

Das Reservekorps als Hätzstück und Seele, aktiv und erfahren, aber bestimmt noch nicht zum alten Eisen gehörend, wird immer eine wichtige Rolle für die Gesellschaft spielen und eine Bereicherung für die Prinzen-Garde Köln bleiben.